24.08.2017

Reisebericht zu inklusivem Segelprojekt

Im Juli fand eine ganz besondere einwöchige Segeltour auf der Ostsee statt, an der sechs Beschäftigte der Harz-Weser-Werkstätten aus Osterode und Holzminden teilgenommen haben. Unter Leitung von Martin Hoff, Geschäftsführer Hoff Kaffeesysteme GmbH, stachen insgesamt 24 Personen von Heiligenhafen in Richtung Dänemark in See.

Auf die Reise hatten sich Axel Dietrich, Ingo Kohlrausch, Manfred Rakebrandt, Gerhard Retzlaff, Andreas Waselke und Bernd Wiegand gut vorbereitet. Neben Crewbesprechungen, Einkaufsplänen und Briefings für alle Beteiligten wurde auch der praktische Teil geübt und mit viel Engagement und Begeisterung aufgenommen: es wurde unter anderem Knoten geübt, damit an Bord auch die Fender richtig am Seezaun befestigt oder die Festmacher fest und zuverlässig auf der Klampe belegt werden konnten.

Am 28. Juli erfolgte dann die Anreise nach Heiligenhafen, wo am folgenden Tag die drei Charteryachten, eine 51er, eine 50er und eine 46er Bavaria cruiser übernommen werden konnten. Nach der Sicherheitseinweisung führte der erste Weg mit dem Einüben etlicher Segel- und Notfallmanöver über den Fehmarnsund nach Lemkenhafen auf Fehmarn.

Am Sonntag ging es auf eine längere Strecke nach Nakskov auf Lolland. Hier mussten sich die Crews das erste Mal beweisen, denn eine Schlechtwetterfront brachte, ohne das die Vorhersage dies erwähnte, eine Starkwindzone mit 9 Beaufort mit. Diese Situation wurde von allen Crewmitgliedern gut gemeistert.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Agersø auf der gleichnamigen Insel kurz vor der großen Beltbrücke. Die Überfahrt verlief ohne Komplikationen. Aufgaben wie Ruder gehen oder die Schoten dichtholen wurden von allen gut und gerne erledigt.

Nach Agersø ging der Törn nach Søby auf Ærø weiter, von dort mit einem kurzen Stoppover mit dänischen Hotdogs in Mommark auf Alsen nach Maassholm in der Schlei weiter. Am letzten Seetag wurde bei angesagten konstanten 4 Beaufort die lange Überfahrt nach Orth auf Fehmarn zur Belastungsprobe. Zunächst verlief das Wetter wie von unterschiedlichen Wetterdiensten angesagt. Bei konstanten 4 Beaufort und bedecktem Himmel kamen die Yachten gut voran. Ab dem frühen Nachmittag rollten dann aber mehrere Gewitterzellen hintereinander über die Schiffe hinweg. Die Windex-Anlage der Schiffe konnten Windgeschwindigkeiten bis zu 10 Beaufort messen, die Wellenbildung war entsprechend hoch. Aber es gab auf keinem einzigen Schiff Probleme mit Mannschaft oder Material.

Der Hafen von Orth war, sicherlich auch dem Wetter geschuldet, sehr überfüllt. Gut, dass auch hier im Vorfeld Liegeplätze reserviert waren. Abends wurde im Rahmen einer Crewabschlussfeier von Martin Hoff der erste Preis für die Crew, die die meisten Hafenspiele gewonnen hatte, vergeben. Am letzten Tag wurde wieder im Fehmarnsund gekreuzt und Manöver gefahren, bevor die Schiffe an der Charterbasis zurückgegeben wurden.

Als Fazit kann festgestellt werden, dass das Projekt ein voller Erfolg war. Dieses innovative Projekt ist ein gelebtes Miteinander und trägt maßgeblich dazu bei, Barrieren - nicht nur in den Köpfen - zu überwinden. Der Gedanke dieser Flottille führte von Beginn an bei allen Beteiligten zu großer Freude und neugieriger Erwartung. „Das Gefühl mit dem Segelboot und dem Wind Eins zu werden und sich tragen zu lassen“ so ließe sich manches Gespräch im Vorfeld beschreiben. Und die Tage auf See wurden in der Tat ein unvergessliches „maritimes Erlebnis“. Das Projekt wurde von der Stiftung für Menschen mit Behinderung, Harz-Weser finanziell unterstützt.